Was ist Photobashing? | Wie ich mit Fotografie, 3D & digitalen tools, Fantasy Kunst erschaffe


„Ich dachte, deine Kunst wäre KI-generiert – bis ich dein Buch gesehen habe“

Vor ein paar Wochen habe ich über meine erste Artist-Alley-Erfahrung geschrieben, und wenn ich ganz ehrlich bin, gab es eine Sache, vor der ich vorher wirklich Angst hatte.

In Zeiten von generativer KI hatte ich die Sorge, dass Leute meine Artworks sehen und sofort davon ausgehen könnten, dass sie KI-generiert sind. Gerade mein semi-realistischer Stil scheint für solche Vorwürfe besonders anfällig zu sein – und leider ist mir das in der Vergangenheit auch schon passiert.

Lustigerweise kam dann tatsächlich ein Besucher an meinen Stand und sagte sinngemäß:

„Ich bin gestern schon an deinem Stand vorbeigelaufen und dachte ehrlich gesagt, deine Kunst wäre KI-generiert – bis ich dein Buch gesehen habe.“

Und wahrscheinlich hätte es kaum ein besseres Beispiel dafür geben können, warum ich das Buch überhaupt mit zum Stand genommen hatte.

Die Kunst des Photobashing – Charakter Design & Landschaften | Softcover Artbook | Deutsch Edition Die Kunst des Photobashing – Charakter Design & Landschaften | Softcover Artbook | Deutsch Edition
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Die Kunst des Photobashing – Charakter Design & Landschaften | Softcover Artbook | Deutsch Edition
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Eine Idee kann zu einer ganzen Welt werden.

Lerne, wie du deine Ideen mit Photobashing-Techniken in Kunstwerke verwandelst, indem du Fotografie, 3D und digitales Malen kombinierst, um Charaktere, Umgebungen und filmische Fantasy-Szenen zu erschaffen.

In diesem 164-seitigen, umfassenden Schritt-für-Schritt-Guide zum Photobashing entdecken wir wichtige künstlerische Grundlagen und lernen, wie sich Fotografie, eigene Referenzen, 3D-Szenen, digitales Malen und Photobashing-Techniken zu stimmigen, ausgearbeiteten Kunstwerken verbinden lassen. Der Guide richtet sich an Künstlerinnen und Künstler, die atmosphärische Charaktere, filmische Szenen und immersive Fantasy-Welten erschaffen möchten.

Das lernst du im Buch:

  • Charakter Design, Umgebung- und Landschaften

  • Eigene Fotoreferenzen erstellen

  • Arbeiten mit 3D-Szenen und digitalen Sets

  • Grundlagen zu Komposition, Perspektive, Licht, Color Grading und Storytelling

  • Praktische Photobashing-Workflows mit Photoshop, Blender, Procreate und DAZ 3D

Bitte beachten: Dies ist ein physisches Produkt und wird an dich versendet. Es handelt sich nicht um einen sofort verfügbaren digitalen Download.

Die gedruckten Farben können aufgrund der Unterschiede zwischen RGB-Bildschirmen und dem CMYK-Druck leicht von den auf dem Bildschirm dargestellten Farben abweichen.

Ich hatte die Softcover-Ausgabe meines aktuellen Buches Die Kunst des Photobashing direkt an meinem Stand ausgestellt. Die Leute nahmen es in die Hand, blätterten durch die Seiten, schauten sich die Artworks, Prozessbilder und Workflows darin an und blickten dann wieder auf den Titel. Und eine Frage kam immer wieder auf:

„Was ist Photobashing?“

Ich hätte niemals erwartet, dass das die meistgestellte Frage der gesamten Convention werden würde.

Dadurch wurde mir etwas klar, das ich nach all den Jahren, in denen ich mit dieser Technik arbeite, irgendwie komplett übersehen hatte: Außerhalb bestimmter Bereiche von Concept Art, Film und Games wissen viele Menschen schlicht nicht, was Photobashing eigentlich ist – obwohl Varianten dieser Technik in der professionellen visuellen Entwicklung regelmäßig eingesetzt werden, um den Prozess zu beschleunigen und Ideen sowie Konzepte schneller zum Leben zu erwecken.

Und ehrlich gesagt ergibt das auch Sinn. Wenn man nicht ohnehin irgendwo in dieser kleinen Digital-Art-Bubble unterwegs ist, klingt „Photobashing“ ein bisschen wie etwas, das man vielleicht besser nicht bei der Arbeit googeln sollte.

Mit diesem Artikel und natürlich auch mit Die Kunst des Photobashing selbst möchte ich die Technik deshalb all jenen etwas näherbringen, die noch nie davon gehört haben, neugierig darauf sind, wie sie funktioniert, oder sie vielleicht selbst in ihren eigenen Artworks ausprobieren möchten.

Denn nein, Photobashing ist keine KI. Und nein, es bedeutet auch nicht einfach, drei Stockfotos in Photoshop zu werfen und zu hoffen, dass es niemand merkt.

Also fangen wir mit der offensichtlichsten Frage an:


Was ist Photobashing?

The Art of Photobashing | Insight

Photobashing ist eine digitale Kunsttechnik, bei der Fotografien, Texturen, 3D-Renderings, digitale Malerei und andere visuelle Elemente miteinander kombiniert und so verändert werden, dass daraus ein völlig neues Bild entsteht.

Anstatt jedes einzelne Element vollständig von Grund auf neu zu malen, kann ein Künstler bereits vorhandene visuelle Informationen als Ausgangsmaterial verwenden und sie so lange verändern, bis all diese einzelnen Bestandteile wirken, als würden sie in dieselbe Welt gehören.

Das kann zum Beispiel bedeuten, ein Landschaftsfoto als Grundlage für eine Umgebung zu verwenden, verschiedene Felsen und Architekturelemente miteinander zu kombinieren, ein 3D-Rendering für die richtige Perspektive einzubauen, Teile des Bildes zu übermalen, den Himmel auszutauschen, die Beleuchtung zu verändern, Materialien anzupassen und die Farben so lange aufeinander abzustimmen, bis die ursprünglichen Quellen nicht mehr als einzelne Elemente wahrgenommen werden. Beim Photobashing können Fotografien, Texturen, digitale Malerei, 3D-Modelle, Renderings, Skizzen, Overlays und Effekte zum Einsatz kommen.

Diese Elemente werden ausgeschnitten, verzerrt, übermalt, neu eingefärbt und miteinander verblendet, während Perspektive, Proportionen, Licht, Schatten, Tonwerte, Materialien und atmosphärische Tiefe auf eine gemeinsame visuelle Sprache gebracht werden müssen.

Im Grunde ist es ein bisschen wie Kochen – nur dass Photoshop 47 Ebenen mit Namen wie „Layer 36 copy 7 final FINAL“ hat und ausgerechnet die eine Ebene, die man gerade dringend braucht, natürlich irgendwo in einem Ordner namens „stuff“ versteckt ist.

Die Fotografien sind nicht das fertige Kunstwerk.
Sie sind die Zutaten.


Photobashing ist älter als Photoshop

Chapter: History of Matte Painting & Photobashing

Die Grundidee hinter Photobashing entstand nicht plötzlich in dem Moment, als jemand entdeckte, dass Photoshop Ebenenmasken besitzt. Ihre Wurzeln reichen deutlich weiter zurück und sind eng mit dem Matte Painting im Film verbunden.

Lange bevor es digitale Bildbearbeitung gab, kombinierten Filmschaffende gemalte Hintergründe mit realen Filmaufnahmen und Miniaturen, um Orte zu erschaffen, die sich in der Realität nicht ohne Weiteres bauen oder filmen ließen.

Auf diese Weise konnten riesige Städte, fantastische Landschaften und unmögliche Architekturen auf der Leinwand entstehen, weil unterschiedliche visuelle Elemente so miteinander verbunden wurden, dass sie wie eine zusammenhängende Umgebung wirkten.

Modernes Photobashing führt genau diese Idee auf einer digitalen Arbeitsfläche weiter. Die Werkzeuge haben sich natürlich verändert. Ich muss heute nicht mehr vor einer riesigen Glasscheibe stehen und darauf eine Burg malen, während ich hoffe, dass niemand versehentlich durch die Aufnahme läuft. Stattdessen kann ich mit Fotografien, digitaler Malerei, Texturen und 3D arbeiten. Die grundlegende Frage ist aber immer noch ziemlich ähnlich:

Wie kann ich unterschiedliche Elemente so überzeugend miteinander verbinden, dass der Betrachter sie als einen einzigen Ort wahrnimmt?

Genau das ist auch einer der Gründe, warum diese Techniken im Concept Art und in der visuellen Entwicklung so nützlich geworden sind.


Ist Photobashing AI? Nein.

Und wenn man bedenkt, wie häufig man inzwischen online auf KI-generierte Bilder stößt, verstehe ich, warum diese Frage heute überhaupt so relevant geworden ist.

Der entscheidende Unterschied ist, dass ich beim Photobashing das Bild selbst aktiv aufbaue, zusammensetze und verändere.

Concept Art Made with Photobashing | Speed Paint here

  • Ich wähle das Foto aus. Ich entscheide, welchen Teil davon ich brauche, schneide ihn aus, verändere die Perspektive, passe die Proportionen an, übermale Bereiche und integriere das Element in den Rest des Bildes.

  • Ich entscheide, woher das Licht kommt, welche Materialien in die Umgebung passen, welche Farben die gewünschte Stimmung unterstützen und welche Elemente am Ende wieder verschwinden müssen – denn offenbar wird eine Komposition nicht automatisch besser, nur weil man sie mit siebzehn coolen Dingen vollstopft. Tragisch.

Mein eigener Workflow ist mit der Zeit zu einer Mischung aus Fotografie, digitaler Malerei, Compositing, 3D und Storytelling geworden.

Manchmal beginne ich mit Fotografien. Manchmal baue ich zuerst eine 3D-Szene. Manchmal male ich große Teile von Hand. Und manchmal erstelle ich meine Referenzen selbst, weil das Bild, das ich brauche, schlicht nicht existiert.

Das fertige Artwork mag am Ende nur aus einem einzigen Bild bestehen, aber dahinter können ein Fotoshooting, ein Kostüm, eine Blender-Szene, mehrere Fotografien, selbst aufgenommene Texturen, digitale Malerei, Color Grading und mehrere Stunden stecken, in denen ich auf den Bildschirm starre und denke:

Irgendetwas stimmt hier nicht. Was stimmt hier nicht? Warum sieht dieser Felsen verdächtig aus?

Und dann verschiebt man den Felsen um drei Pixel – und plötzlich funktioniert alles.


Aber ist Photobashing nicht Cheating?

Das ist wahrscheinlich die andere Frage, die Photobashing ständig begleitet. Weil Fotografien und 3D-Assets bestimmte Arbeitsschritte beschleunigen können, wird Photobashing manchmal als „Cheating“ abgetan. Und ja, natürlich können visuelle Ressourcen Zeit sparen.

  • Ein Foto enthält bereits unglaublich komplexe Informationen über Texturen und Materialien.

  • Ein 3D-Modell kann Perspektive und Proportionen vorgeben.

  • Eine Textur kann mir ersparen, jeden einzelnen Riss in einer Steinwand von Hand zu malen.

Diese Effizienz ist kein Geheimnis. Sie ist einer der Gründe, warum diese Techniken überhaupt so nützlich sind.

Aber gute Ressourcen ergeben nicht
automatisch gute Kunst.

Ich kann den schönsten fotografierten Felsen der Welt haben und ihn trotzdem völlig absurd aussehen lassen, wenn Perspektive, Licht und Farbe nicht zum Rest der Szene passen.

Ein detailliertes 3D-Modell rettet keine schlechte Komposition. Ein perfekt belichtetes Porträt wirkt trotzdem falsch, wenn die Figur von links beleuchtet wird, während die gesamte Umgebung darauf besteht, dass die Sonne von rechts kommt.

Photobashing ersetzt kein Wissen über Komposition, Perspektive, Licht, Farbe, Materialien oder Storytelling. Es baut genau auf diesen Grundlagen auf. Und meistens ist das erste Zusammenfügen der Elemente ohnehin nur der Anfang. Formen werden verändert, Bereiche übermalt, Materialien angepasst, Kanten weicher oder härter gemacht und Details entfernt oder ergänzt, bis die unterschiedlichen Quellen schließlich wie ein einziges Bild wirken.

Denn letztendlich ist Photobashing genau das: ein Werkzeug.

Zusammenfassung

Photobashing ist eine Methode, bei der Fotografie, 3D, Texturen und digitale Malerei zu einem fertigen Bild kombiniert werden. Sie kann bestimmte Arbeitsschritte beschleunigen, ersetzt aber weder Komposition noch Licht, Farbe, Perspektive oder Storytelling. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, all diese unterschiedlichen Elemente so miteinander zu verbinden, dass sie wirken, als würden sie in dieselbe Welt gehören.

Genau das macht Photobashing für mich so interessant: Es geht nicht darum, sich auf ein einziges Medium festzulegen, sondern darum, das zu verwenden, was dabei hilft, eine Idee zum Leben zu erwecken. Und wenn du genauer sehen möchtest, wie dieser Prozess funktioniert, dann ist genau das der Schwerpunkt meines Buches
Die Kunst des Photobashings.


Du möchtest noch tiefer ins Photobashing einsteigen?

Wenn du mehr von dem Prozess hinter meiner Arbeit sehen möchtest, habe ich in Die Kunst des Photobashing Jahre voller Experimente, Workflows, Artworks und wahrscheinlich viel zu vieler Photoshop-Ebenen gesammelt.

Das Buch geht deutlich tiefer auf die Themen ein, die ich hier nur angerissen habe – von Fotografie und dem Erstellen eigener Referenzen über Komposition, Farbe und 3D-Workflows bis hin zu Landschaften, Charakterdesign und visuellem Storytelling.

Das Buch ist in meinem Shop sowohl als digitale Version als auch als limitierte Softcover-Ausgabe erhältlich – je nachdem, ob du lieber sofort alles auf deinem Bildschirm haben möchtest oder das Buch physisch auf deinem Schreibtisch liegen soll, während du dir einredest, dass du ganz bestimmt noch nicht zu viele Artbooks besitzt.

Wenn du also über das fertige Artwork hinaus in den Prozess eintauchen und sehen möchtest, wie Fotografien, Texturen, 3D-Renderings und gemalte Elemente Schritt für Schritt zu einer glaubwürdigen Fantasywelt werden, findest du beide Versionen im Shop.


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Ich habe ein textbasiertes Interaktives RPG für meine Fantasywelt erschaffen